Vergleich fußballerische Qualität Champions-League und WM 2014

Wo wird der bessere Fußball gespielt, bei den Top-Vereinsmannschaften der Champion-League oder bei den Top-Nationalmannschaften der Weltmeisterschaft?

Damit kann die Leistung der beteiligten Protagonisten, also insbesondere der Spieler und der Trainer beurteilt werden. Dies geschieht unter anderem, in dem die WM-Endspielpaarung Deutschland gegen Argentinien mit den beiden Champions-League Halbfinalpaarungen Bayern München gegen Real Madrid verglichen wird.

Dabei werden die Spieler der Startformationen, der Trainer und auch die Auswechselspieler der Teams gegenüber gestellt.

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Zu den Gehälter der Trainer gibt es verschiedene Veröffentlichungen, demnach dürfte Jogi Löw beim DFB ca 2,7 Mio € verdienen, Sabella in Argentinien ca 0,6 Mio €, Ancelotti bei Real Madrid ca. 10,0 Mio € und Großverdiener ist der erfolgreichste Vereinstrainer aller Zeiten Guardiola mit ca. 17 Mio € bei dem FC Bayern München.

Im Prinzip spielen in den Top-Teams der Fußball-Nationalmannschaften die gleichen Spieler wie in den Top-Teams der Champion-League. Früher waren die südamerikanischen Ligateams, insbesondere aus Brasilien und Argentinien und von Zeit zu Zeit auch aus Uruguay, sehr erfolgreich und stellten für das jeweilige Nationalteam wichtige Spieler. Heute spielen defacto alle Stars der jeweiligen südamerikanischen Mannschaft in Europa. Aus den eigenen südamerikanischen Ligen kommen nur Ergänzungsspieler. Spielers, wie James Rodriguez aus Kolumbien, der bei der WM in Brasilien in den Blickpunkt geraten ist, wird bereits im selben Monat schon von einem Teamgigant wie Real Madrid kontraktiert.

Die Nationalmannschaften müssen mit den Spielern auskommen, die sie haben. Die reichen Top-Vereinsteams können Schwachstellen durch gezielte Spielereinkäufe beheben und damit je nach den finanziellen Möglichkeiten Spielerklasse aufkonzentrieren. Ein Nationalteam kann das nicht, wenn in einer Periode kein Weltklassestürmer vorhanden ist oder kein Toptorwart, dann ist dies nicht veränderbar. Die Topspieler der Welt haben die unterschiedlichsten Nationalitäten. Selbst bei 32 qualifizierten Teams in Brasilien waren längst nicht alle Weltklassespieler vertreten. So fehlten beispielsweise Ibrahimovics (Schweden/Paris St. Germain) oder Bale (Wales/Real Madrid) oder verletzungsbedingt Reuss (Borussia Dortmund) und Ribery (FC Bayern München).

Die Schlussfolgerung, dass die Vereinsmannschaften wie FC Barcelona, Real Madrid, FC Bayern München, Paris St. Germain, Atletico Madrid oder Manchester United im Schnitt deutlich besser besetzt sind als die Top-Nationalmannschaften Deutschland, Argentinien, Holland, Brasilien, Frankreich oder Kolumbien zeigt auch der direkte Vergleich.

So hat die deutsche Nationalmannschaft nur an einer Position, Innenverteidiger Hummels gegen Dante, einen besseren Spieler, während Alaba, Ribery, Mandzukic und Robben ihren Vergleich gegen Höwedes, Kramer, Klose und Özil gleich viermal deutlich gewinnen (Müller neutral, aber in den zwei Teams auf unterschiedlichen Positionen). In der Summe hat der FC Bayern München auf 30% der Feldspielerpositionen deutlich bessere Spieler zur Verfügung als das deutsche Weltmeisterteam. Der für Argentinien eigentlich schon wohlwollend bewerteten Vergleich geht noch deutlicher für das Vereinsteam aus. Der Vizeweltmeister ist sogar bei der Hälfte der Feldpieler schlechter bestückt als Real Madrid.

Bei Trainern deutlicher Klassenunterschied zu Lasten der Nationalmannschaften
Die Qualität des Trainers verstärkt weiterhin die Tendenz. Gerade hier gibt es sehr deutliche Unterschiede. Das Maß einfach, man braucht sich nur die Gehälter ansehen. Wer am erfolgreichsten ist verdient am meisten. Die Wirkung eines guten Trainers, der über Aufstellung, Spielsystem, Taktik und Weiterentwicklung der Besetzung der Mannschaft bestimmt ist bei weitem größer, als die eines Topspielers, selbst des besten. Die Top-Teams der Vereinsmannschaften buhlen um die erfolgreichsten Trainer der Welt, um diejenigen, die in den stärksten Ligen Europas und damit der Welt ihre Mannschaften regelmäßig zur Meisterschaft führen und in den europäischen Wettbewerben erfolgreich sind. Die Gehälter liegen hier beim fünf- bis zehnfachen, als in den Top-Nationalteams bezahlt wird. Vergleicht man Guardiola von Bayern München mit Löw, so verdient Guardiola etwa das sechsfache von Jogi Löw. Guardiolas Gehalt wird auf 15 bis 17 Mio Euro geschätzt, dass von Jogi Löw auf 2,5 bis 3,0 Mio Euro. Noch weiter auseinander liegen der argentinischen Coach Sabella und Trainer Ancelotti von Real Madrid. Carlo Ancelotti verdient etwa 10 Mio Euro, währenddessen Sabella sogar unter 1,0 Mio Euro bleibt. Damit ist klar, die besten Trainer der Welt stehen nicht für die Nationalmannschaften zur Verfügung, sondern sind langfristig in den großen Teams Europas gebunden. An dem Gehaltsgefüge gemessen bleibt für die Nationalteams nicht einmal die zweite Klasse sondern höchstens die dritte Klasse an Trainern. Es gibt wenige Ausnahmen, das sind dann sehr alte Trainer, die am Ende ihrer Karriere den viel lockeren Job eines Nationaltrainers ausfüllen, weil sie sich nicht mehr dem Stress und Druck der Top-Vereinsteams stellen wollen, bzw. dort auch schon Verschleißerscheinungen nicht mehr zu verbergen waren. Hitzfeld (Schweiz), DelBosque (Spanien) und vanGaal (Niederlande) sind solche aktuelle Auslaufmodelle für ihre Nationalmannschaft. Das Leben eines Nationaltrainers ist um ein vielfaches leichter: Ein paar Spiele im Jahr, nur alle zwei Jahre ein großes Turnier, man wählt die erfolgreichen und ausgebildeten Spieler aus, die Kritik auch am Misserfolg und an offensichtlichen Fehlern ist moderat oder bleibt häufig über Jahre ganz aus, da die Medien vor den mächtigen Nationalverbänden kuschen müssen, zu sehr ist man von deren Wohlwollen, insbesondere bei den Lizenzvergaben für Länderspiele, Bundesligen u.v.m. abhängig. Damit kommen die Nationaltrainer in der öffentlichen Meinung relativ besser weg. So mussten die letzten Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft niemals nachweisen, dass sie eine erfolgreiche Trainerkarriere im Vereinsfußball vorzuweisen haben. Wenn die Arbeit von Bundestrainer Löw bei den Entscheidern der international erfolgreichen Top-Clubs eine Wertschätzung hätte, wäre er schon lange nicht mehr beim DFB. Doppeltes Gehalt, also Minimum drei Millionen Euro per anno mehr, würde Argument genug sein zu wechseln. Erfahrungsgemäß kommt man beim DFB jederzeit aus seinem laufenden Vertrag heraus. Wenn also Jogi Löw tatsächlich von einem großen Verein wie Real Madrid, Barcelona, Manchester, Chelsea, Bayern München, AC Mailand oder Paris Saint-Germain einen Vertrag angeboten bekäme, dann würde er wohl nicht beim DFB bleiben. Umgekehrt heißt dies, dass das Management der besten Mannschaften der Welt, in Löw weder erstklassiges noch zweitklassiges Trainerpotential sehen.

Resümee
Der Fußball in der Champion-League findet auf einem höheren Niveau statt, als der einer Fußballweltmeisterschaft. Die Elite der Vereinsmannschaften verfügt im Vergleich zu der Elite der Nationalmannschaften über einen deutlich besseren Spielerkader und besitzt deutlich bessere Trainer. Ein Vergleich drängt sich bei allem Gesagten auf. „Die Nationalmannschaft ist wie ein Staatsbetrieb (Bahn und Post) und die Vereinsmannschaften sind wie die freie Wirtschaft (BMW und Siemens).”

About The Author: Sabine Federl

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