DFI Trainerrangliste 2014/2015

Dieter Hecking ist der Trainer des Jahres 2014/2015

  1. Hecking während seines größten Erfolges im DFB-Pokalfinale auf der Video-Wand die über dem stimmungsvollen Wolfsburger Fanblock leuchtet
    Hecking während seines größten Erfolges im DFB-Pokalfinale auf der Video-Wand die über dem stimmungsvollen Wolfsburger Fanblock leuchtet

    Dieter Hecking, VFL Wolfsburg

  2. Lucien Favre, Borussia Mönchengladbach
  3. Markus Weinzierl, FC Augsburg
  4. Jürgen Klopp, Borussia Dortmund
  5. Pep Guardiola, FC Bayern München
  6. Jogi Löw, Deutsche Nationalmannschaft
  7. Viktor Skripnik, Werder Bremen
  8. Peter Stöger,  1. FC Köln
  9. Ralph Hasenhüttl, FC Ingolstadt 04
  10. Roger Schmidt, Bayer 04 Leverkusen

Hecking ist die klare Nummer 1 in dieser Saison. Ohne Weltstars überzeugte Wolfsburg in allen Wettbewerben. Souveräner Vizemeister in der Bundesliga hinter Bayern München und starke Auftritte in der Europa League zeichneten einen neuen VfL Wolfsburg. Einziger Makel der Saison war die Heimniederlage mit 1:4 gegen den SSC Neapel im Viertelfinale der Europa League. Krönung war natürlich der DFB-Pokalsieg in Berlin gegen ein wieder erstarktes Borussia Dortmund. Dort gewann man verdient mit 3:1, obwohl man bereits nach fünf Minuten mit 1:0 zurück lag. Hecking hat in Wolfsburg ein kompaktes Team geformt, das mittlerweile selbstbewusst sämtliche Attribute des modernen Fußballs auf internationalem Niveau in sich vereint. Man sieht, dass sich die Wölfe gerade noch immer weiterentwickeln. Hecking unterstützt vom sportlichen Leiter Klaus Allofs scheinen noch nicht am Ende ihres Leistungsvermögens angekommen zu sein. Man darf auf die nächste Spielzeit sehr erwartungsfroh und gespannt sein. De Bruyne ist unter Hecking zu einem der besten Spieler Europas gereift.

Bei Favre gilt ähnliches wie bei Hecking. Er entwickelt Mönchengladbach kontinuierlich weiter. Sie spielen einen abgeklärten modernen Fußball auf deutschem Spitzenniveau, international aber noch mit Abstand zu den Spitzenteams. Die Leistung von Favre muss dahingehend noch relativiert, in diesem Fallaufgewertet werden, denn im Vergleich der Mannschaften, die auf dem Niveau seiner Fohlen spielen, muss er wohl mit den geringsten finanziellen Mitteln zurecht kommen

Was man nicht unbedingt erwarten konnte ist, dass Weinzierls gecoachte Augsburger nicht nur die unerwartete Leistung vom Vorjahr wiederholen konnten, sondern sich sogar noch direkt für die Europa-League qualifizierten und so ambitionierte Teams wie Dortmund, Schalke oder HSV hinter sich liesen. Weinzierl bleibt einfach mega-in und gehört wieder zu den großen Drei Deutschlands!

Mit Borussia Dortmund auf einem Abstiegsplatz zu überwintern ist der ultimative Supergau. Die Kritiker Klopps schossen wie die Pilze aus dem Erdboden und verbreiteten intellektuellen Analyse-Bullshit. Da der FC Bayern München wieder einmal Langeweile verbreitete, durch den Vorsprung hatten sie die Meisterschaft defacto vor der Winterpause entschieden, stürzte sich nun alles auf den tiefen Fall Klopp. Ergebnis war eine Hetzjagd par excellence, der Niedergang des großen Klopp als der Quotenbringer. Die wahre Größe kann man nur in der Gigakrise zeigen. Dortmunds Team war in der Vorrunde nie so schlecht wie ihr Tabellenplatz. Die Champions-League Gruppenphase spielten sie sogar international völlig überzeugend. In der Bundesliga waren sie ein Statistikopfer, auch beim Roulette kommt es vor, dass 15 Mal hintereinander rot gezogen wurde, will heißen man kann auch 10 mal hintereinander einfach Pech haben.
Aber Klopp zog das Team mit Stil und Können zuerst aus dem Abstiegsstrudel, schrammte noch in die Europa-League und wäre nachdem er dem FC Bayern München im Halbfinale ein Heim-Elfmeter-Debakel verpasste, um ein Haar noch als Pokalsieger vom Platz gegangen. Reuss hatte eine Superchance zum 2:0, das wäre selbst gegen ein starkes Wolfsburg die halbe Miete gewesen. Wie er das Team noch brachte, wie er seinen Abschied zum richtigen Zeitpunkt inszenierte, wie er dann ging war hohe Professionalität und hohe persönliche Klasse.
Klopp hat sich für jede Mannschaft der Welt qualifiziert. Zweifelsfrei wird einer der allerbesten Trainer Deutschlands auch irgendwann bei der besten Mannschaft Deutschlands, dem FC Bayern München, landen. Auch die Nachfolge von Bundestrainer Löw geht nicht an Klopp vorbei.

Guardiola hat aus vielen Fehlern der Vorsaison gelernt, aber dafür eine Reihe ganz neue gemacht. Mit dem für die nationalen Wettbewerber außergewöhnlichen Spielerpotential nur die deutsche Meisterschaft zu holen ist eben nur das Pflichtprogramm. Bayern rutschte wie im Vorjahr nach dem souveränen Meistertitel in eine noch größere  Frühjahrs-Krise. Das DFB Halbfinale gegen Dortmund hatte er zu Hause durch Aufstellungs- und Auswechslungsfehler im Alleingang verloren. In Barcelona stand dann in der Champions-League eine angeschlagene, an Niederlagen gewöhnte und auch von Trainerseite nicht schuldlos verletzungsbedingt geschwächte Mannschaft auf verlorenen Posten. Auf der Habenseite eine souveräne Titelverteidigung in der Bundesliga.

Löw ist Trainer des Fußballweltmeisters, das bringt ihn trotz ständiger heftiger Kritik von DFI in die Top Ten, auch wenn die anschließende Qualifikation zur Fußball Europameisterschaft enttäuschend verlief. Bei der WM machte er einiges richtig, stellte Fehler ab. Hier seine Verbesserungen, basierend auf dem DFI Artikel vom 25. Mai 2014, die Trainer Voranalyse vor der Brasilien WM. Deutlich verbesserte Körpersprache, cooler und erfolgsüberzeugter. Die Blockbildung Bayern München mit aktuellen und ehemaligen Spielern und Übernahme deren Spielsystem war Rückgrat und Stärke des deutschen Teams. Doch Hochgeschwindigkeits-Fußball auch im deutschen Spiel selbst in den Verlängerungen. Stärkung der Problemzone Defensive anfangs des Turnieres durch gelernte Innenverteidiger, später als im laufenden Turnier die Defensivarbeit funktionierte, Umstellung auf Lahm als rechter Verteidiger. Entscheidend, Löw hat Führungsspieler akzeptiert, während des Spiels und zwischen den Spielern. Deutschland ist Weltmeister geworden, weil das Team im Endspiel von Leitwölfen geführt wurde, das machte den Unterschied zu Argentinien. An vorderster Front Schweinsteiger und Neuer, aber auch Lahm. Aufstellung und Taktik waren nach dem Algerien-Spiel wohl bis zum Turnierende gemeinsame Sache mit Leitwölfen. Das zeigt genau nicht Schwäche, sondern Stärke bei Löw. Der Unterschied wird auch sichtbar, wenn man sich die Mannschaftsbesprechungen der Argentinier und der Deutschen in der Verlängerung des Endspiels ansieht, die auf dem Spielfeld stattfand.

 

About The Author: Sabine Federl

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