Teil 1: Drei Jahre Guardiola – Ein voller Erfolg für den FC Bayern München

Um die Leistung Guardiolas in seinem dreijährigen Engagement beim FC Bayern München würdigen zu können, sind eigentlich verschiedene Positionsbetrachtungen notwendig.
Hat er die Erwartungen des Arbeitgebers erfüllt? Hat er die Fans erfüllt? Hat er den FC Bayern München sportlich weiterentwickelt? Wo waren seine Fähigkeiten und wo seine Grenzen? Ist er ein Weltklassetrainer, war er taktisch seinen Wettbewerbern Carlo Ancelotti, Luis Enrique oder Diego Simeone überlegen oder wenigstens gleichwertig?
In zwei völlig gegensätzlichen Artikeln, jeder für sich eigentlich schlüssig, soll das Leistungsbild Guardiolas mehr Konturen erhalten. Auch danach bleibt bestehen, es kommt auf den Betrachtungsstandpunkt an, ob Guardiola für die Bayern Top oder ein Flop war.

Teil 1: Drei Jahre Guardiola ein voller Erfolg für den FC Bayern München

Die Erfolgsgeschichte FC Bayern München erreichte unter Trainer Pep Guardiola einen neuen Höhepunkt. Dreimal deutscher Meister auf nationalem Parkett und dreimal im Halbfinale der Königsklasse des Fußballs, der Champions League sind eine ganz außergewöhnliche Erfolgsbilanz. Parallel dazu etablierten die Managementstrategen des FC Bayern München den Club nachhaltig als Fußball-Weltmarke.

Das Management der Münchner hat seit Jahren, ja Jahrzehnten, geführt von dem Oberprotagonisten Uli Hoeneß, phantastisches geleistet. Ohne die gleichen Waffen zu besitzen ist es gelungen zu den weltweit ganz großen Teams Real wie Madrid, FC Barcelona und Manchester United aufzuschließen und sogar Legenden wie den AC Mailand, Juventus Turin oder Chelsea und Arsenal London abzuhängen. Und dies obwohl die meisten davon von Industriellen, Staatspräsidenten, russischen Öloligarchen oder Wüstenscheichs mit unendlich viel Geld zugeschüttet werden oder worden sind. Auch die Spanischen Vorzeigeclubs hatten so ihre Privilegien die deutsche Mannschaften niemals besitzen. Einzig Manchester United hat sich wie der FC Bayern sein sportliches und finanzielles Weltklasseniveau über Jahrzehnte hinweg gezielt und umsichtig aufgebaut.

Bayern München als Fußball-Weltmarke etabliert
Herausragend in München, wie man zu einem eigenen Vorzeige-Stadion kam und wie man einen Sponsorenpool der internationalen Spitzenklasse um sich etablierte. Aber hier geht es nicht um Geschenke, sondern hier werden nachvollziehbare Gegenleistungen erbracht. Adidas, Audi und Allianz zum Beispiel haben mit Ihrem Engagement beim „Mia san mia“-Club deutliche Bekanntheits- und Imagezuwächse, die sich dort in Mark und Pfennig auszahlen, eingefahren.
Der FC Bayern hat, die großen englischen Teams als Vorbilder genommen, das Marketing über Jahre hinweg auf dem ganzen Erdball strategisch ausgebaut. Japan-, USA- oder Asienreisen mit mehreren spektakulären Auftritten auf und neben dem Spielfeld gehören zur sich jährlich wiederholenden Selbstverständlichkeit. Ergebnis ist, dass man heute über ähnliche finanzielle Mittel verfügt, wie die großen internationalen Wettbewerber. Aber und das macht die breit aufgestellte Funktionärsriege besonders stolz, alles ist selbstverdientes Geld.
Trotzdem war der FC Bayern München im Vergleich zu den Königlichen aus Madrid, den Katalanen, die sich die Weltfußballer für immer verrückter werdende Summen gleich reihenweise einkaufen oder zum Berlusconi-AC Mailand, bis vor kurzem ein Provinzclub. Regierten dort durchgängig Glamour und Seide, so trat Hoeneß bei Werbefilmen am liebsten in der Trainingsjacke auf.
Entsprechendes kann man an der Entwicklung der Mannschaft ablesen. Auf dem deutschen Markt konnte sich Bayern München zwar immer die besten Spieler leisten, doch auf internationaler Ebene entschieden sich sämtliche echte Weltstars, um die die Münchner gebuhlt haben für Spanien, Italien oder England. Robben und Ribery sind da kein Gegenbeispiel, denn sie waren internationale Ladenhüter. Robben war bei Real Madrid als Dauerverletzter aussortiert und mit Ribery wollte so manches Team nicht gerne zusammenspielen. Mit Engelsgeduld und schützender väterlicher Hand gelang es Hoeneß & Co beide Spieler kurzzeitig und gleichzeitig auf fußballerischem Weltklasseniveau zu hieven. Zusammen mit dem „heimischen“ Korsett Neuer, Lahm, Boateng, Alaba, Schweinsteiger, Müller und etwa Gomez, demütigte man dann den FC Barcelona historisch unübertreffbar im Halbfinale in zwei Spielen mit 7:0 und gewann das Finale der Champions League gegen Dortmund.

Und dann kam die internationale Trainer-Lichtgestalt Pep Guardiola, als Mittelfeldstratege und als Trainer, beides beim FC Barcelona, elegant, eigensinnig-genial und megaerfolgreich. Der erste Weltklassemann um den sich auch die Konkurrenz geradezu riss und der sich für den FC Bayern entschied. Guardiola kam ob seiner Erfolge schon als Legende. Auf einmal blickte die ganze Welt, und das ist nicht einfach so dahin geschrieben, auf den FC Bayern München. Nun galt es unter diesem neuen internationalen Beobachtungsdruck Leistung zu zeigen. Guardiola und seine Helfer zeigten Stärke. Mit dreimal Deutscher Meistertitel, zweimal DFB-Pokalsieger und dreimal Champions League Halbfinalist bestand man die Aufnahmeprüfung in der Weltliste der Marken mit bravour. Selbst die neue Situation, dass die Gallionsfigur des FC Bayern München, Uli Hoeneß in unangenehmster Weise nicht zur Verfügung stand, konnte kompensiert werden. Und gleich reihenweise schlossen sich internationale Stars und Talente dem FC Bayern an. Thiago, Alonso, Costa, Coman und dem Aufsteiger 2016 Vidal wären so ohne dem Matador Guardiola nicht möglich gewesen.

Wenn Guardiola jetzt geht und den Stab an Ancelotti weitergibt hinterlässt er zudem keinen Scherbenhaufen, sondern hochkarätiges fußballerisches Potential.

Lesen hier Teil 2: Drei Jahre Guardiola – Flickwerk in der Champions League

About The Author: Sabine Federl

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